Workshop Nachhaltigkeit und Lebensmittel – 2. Klassen

Rollen
Prof. Wolfsteiner: stellt die Fragen und führt durch das Gespräch.
Lena*: Schülerin der 2. Klassen; Besucherin des „Nachhaltigkeit und Lebensmittel“-Workshops*Name wurde von der Redaktion geändert. 😉

Wolfsteiner: Hallo Lena! Du warst gestern beim Workshop „Nachhaltigkeit und Lebensmittel“ dabei. Magst du uns ein bisschen erzählen, was ihr gemacht habt?

Lena: Ja, sehr gern! Wir haben gelernt, wie man Lebensmittel richtig lagert, wie lange sie haltbar sind und wie man damit ganz schnell etwas Leckeres kocht. Und wie man dadurch letzten Endes weniger wegwirft.

Wolfsteiner: Das klingt spannend. Welche Vorkenntnisse hattest du denn über Lagerung und Haltbarkeit?

Lena: Ehrlich gesagt nicht so viele. Ich wusste, dass Milch und Joghurt in den Kühlschrank gehören und dass Nudeln und Reis im Vorratsschrank bleiben können. Und dass auf Packungen das Haltbarkeitsdatum steht. Aber ich dachte immer, dass alles entsorgt werden muss, wenn das Datum vorbei ist.

Wolfsteiner: Ist das etwa nicht so?

Lena: Nein, gar nicht! Das war eine der Überraschungen für mich. Beim „Mindesthaltbarkeitsdatum“ garantiert die Firma nur, dass das Lebensmittel bis dahin sicher gut schmeckt und aussieht. Danach ist es oft noch lange essbar. Man soll schauen, riechen und vorsichtig probieren. Nur beim „Verbrauchsdatum“, zum Beispiel bei frischem Hackfleisch, muss man sich wirklich daran halten.

Wolfsteiner: Was hast du noch Neues über die Lagerung gelernt?

Lena: Zum Beispiel, dass Paradeiser nicht in den Kühlschrank gehören, weil sie dort ihren Geschmack verlieren. Und dass Äpfel und Bananen nicht nebeneinander liegen sollen. Äpfel geben ein Gas ab, das andere Früchte schneller reifen lässt. Deshalb werden die Bananen dann so schnell braun.

Wolfsteiner: Das wissen bestimmt auch viele Erwachsene nicht! Welche Lebensmittel müsst ihr daheim denn am häufigsten wegwerfen?

Lena: Da musste ich ehrlich nachdenken. Bei uns zu Hause landen am häufigsten Brotreste, also die harten Enden, und Bananen, wenn sie schon ganz braun sind, im Müll. Manchmal auch Salat, der im Kühlschrank ganz weich geworden ist.

Wolfsteiner: Und was kann man dagegen tun?

Lena: Dafür haben wir im Workshop viele Tricks gelernt. Brot kann man in Scheiben schneiden und einfrieren. Dann nimmt man sich nur so viel heraus, wie man braucht. Braune Bananen sind perfekt zum Backen oder für Smoothies, weil sie besonders süß sind. Und Salat bleibt länger frisch, wenn man ihn in ein feuchtes Tuch wickelt.

Wolfsteiner: Ihr habt im Workshop auch gekocht, oder?

Lena: Ja! Wir haben ein leckeres Pesto aus verschiedenen Gemüseblättern, die man sonst eher wegwirft, gemacht. Dafür braucht man Pinienkerne, Olivenöl, die verschiedenen Blätter – ich erinnere mich noch an Radieschenblätter und Stangensellerieblätter – Parmesan und einige Gewürze. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen?! Das Pesto haben wir dann als leckeren Brotaufstrich gegessen. 

Wolfsteiner: Und das geht wirklich schnell?

Lena: Ja, in etwa zwanzig Minuten ist man fertig. Man erspart sich Müll und das Geldbörsel wird auch geschont.

Wolfsteiner: Das klingt toll! Welche Life Hacks nimmst du für die Zukunft mit?

Lena: Ich habe mir ein paar gemerkt. Erstens: Im Kühlschrank kommt das, was zuerst aufgebraucht werden muss, nach vorne. Dann vergisst man es nicht. Zweitens: Kräuter, die man nicht mehr rechtzeitig verbraucht, kann man klein schneiden und mit etwas Wasser in einer Eiswürfelform einfrieren. Drittens: Wir machen zukünftig zu Hause einen „Reste-Tag“, an dem alles gekocht wird, was noch übrig ist. Mal sehen, wie das klappt.

Wolfsteiner: Und was war für dich insgesamt die wichtigste Erkenntnis?

Lena: Dass man mit kleinen Dingen schon viel bewirken kann. Ich dachte früher, Nachhaltigkeit ist etwas Großes, wofür nur Politiker:innen oder Wissenschaftler:innen zuständig sind. Aber wenn jede:r zu Hause ein bisschen weniger wegwirft, macht das zusammen ganz viel aus. Außerdem spart man dabei auch noch Geld.

Wolfsteiner: Was möchtest du deinen Mitschüler:innen noch mitteilen?

Lena: Ich war schockiert, über das Ausmaß unserer Lebensmittelverschwendung! Im Durchschnitt wirft jede:r Österreicher:in jährlich 69 kg Lebensmittel weg. Der Materialwert beträgt etwa EUR 500,-. Bei einer vierköpfigen Familie ist das schon ein schöner einwöchiger Urlaub, der da einfach weggeworfen wird.

Wolfsteiner: Das sind Zahlen, die nachdenklich stimmen. Es macht wohl wirklich Sinn, wenn wir alle uns einmal mit dem Thema beschäftigen würden. Sollten mehr Leute solche Workshops besuchen?

Lena: Auf jeden Fall! Er war spannend, wir durften selbst kochen und probieren, und ich habe viel gelernt, was ich im Alltag wirklich brauchen kann. Ich würde sagen: Jede:r sollte einmal so einen Workshop besuchen!

Wolfsteiner: Vielen Dank, Lena, dass du uns so viel erzählt hast!