Sport-/Kulturverein

alt Wussten Sie, dass ein Drittel der gesamten deutschsprachigen Buchproduktion in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf Martin Luthers Schriften entfiel und sich allein die geschätzte Gesamtauflage seiner hochdeutschen Bibelausgabe ...


 

Eine Zeitreise ins Mittelalter

 

Der Bericht eines Mittelalterfestes auf der Homepage der Kundmanngasse?

Die Idee stammt aus dem evangelischen Religionsunterricht. Mit einer ehemaligen 8. Klasse wurde ausführlich das Thema „Kreuzzüge“ behandelt, mit anderen Klassen die Reformationsgeschichte.

Was liegt hier näher, als Religionsunterricht und evangelische Erwachsenenbildung miteinander zu kombinieren und sich unter`s „mittelalterlich Volk“ zu mischen?

Hier der diesjährige Bericht dazu. Neben den teilnehmenden SchülerInnen haben sich auch einige „Kundmanngassenfamilien“ auf den Weg nach Eggenburg gemacht.

Wer es sich schon vormerken will: 11./12.September 2010, Thema: „Spiele“

Moritz Stroh
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Eine Zeitreise ins Mittelalter

Wussten Sie, dass ein Drittel der gesamten deutschsprachigen Buchproduktion in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf Martin Luthers Schriften entfiel und sich allein die geschätzte Gesamtauflage seiner hochdeutschen Bibelausgabe auf eine halbe Million Exemplare belief? Und hätten Sie gedacht, dass man über solche Dinge auf einem Mittelalterfest, mitten zwischen Gauklern und Schwertkämpfern, sprechen kann?

Bereits zum dritten Mal haben Pfarrer Moritz Stroh und sein Team heuer im September an diesem großen Fest mitten in Eggenburg teilgenommen und die Erwachsenenbildung „zu den Leuten“ gebracht. 

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Die Stadt Eggenburg

Die Stadt Eggenburg ist auf einer Länge von 2 km von einer eindrucksvollen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben. Wer entlang der Stadtmauer wandert, entdeckt Pechnasen, Schießscharten, Zwingermauern und 3 Wehrtürme. Steigt man den Kanzlerturm hinauf, liegt einem ganz Eggenburg zu Füßen. Man sieht die romanisch -gotische Stadtpfarrkirche St. Stephan und den großen fünfeckigen Hauptplatz mit dem "Grätzl", der von schönen Bürgerhäusern aus der Gotik und der Renaissance umgeben ist. Spaziert man über den Hauptplatz findet man die Mariensäule, welche neben dem Adlerbrunnen steht, die Pestsäule aus dem 18. Jhdt. und nicht zu vergessen den Pranger, an dem beim jährlichen Mittelalterfest im September nicht nur zänkische Weiber und trunksüchtige Männer angekettet werden.
 

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Gleich neben der Stadtpfarrkirche ist auch ein Karner zu besichtigen. Auf dem Weg zur Klosterkirche kommen sie an der Martinskapelle und am ehemaligen Bürgerspital vorbei. Ein kleines Ziegelmuseum und eine schwarze Kuchl sind im Bürgerspital zu besichtigen.


Das Fest und die Reformation

Vor dieser Kulisse findet nun schon seit 15 Jahren ein Fest statt, das seinesgleichen sucht. 30.000 Menschen bevölkern 2 Tage lang den Stadtkern, bestaunen Vorführungen, lauschen künstlerischen Darbietungen, beteiligen sich an verschiedenen Aktivitäten und genießen mittelalterliche Köstlichkeiten. Und mittendrunter – der „Stand der Reformation“! Hier finden niederschwellige Kontakte besonders leicht statt, sehr oft kommen die MitarbeiterInnen auch über die Kinder mit den Eltern ins Gespräch. „Was ich immer schon fragen wollte….“, lautet ein beliebter Einstieg interessierter Menschen, die in diesem Jahr besonders nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen  den Lutheranern und den Reformierten fragten.
 

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Immer wieder wurden die Hugenottenkreuze bestaunt, und es entstanden darüber und über die ausgestellten Bibeln ausführliche Gespräche, großteils mit Jugendlichen aber auch mit Studierenden, die historisches Interesse an der Reformation zeigten. Junge Kinder nahmen begeistert an Luther- und Calvin-Quiz teil und freuten sich über Lutherbonbons, Lutherballons und über Luther-(Handy-)Socken!

Das Ensemble des Albert Schweitzer Chors unter der Leitung von Matthias Krampe beeindruckte die Gäste mit Liedern des „Hugenottenpsalters“ im wunderschönen Rahmen der Martinskapelle, wo auch verschiedene Lesungen stattfanden, so z.B. die Confessio Augustana, Über das Leben der Familie Luther, Calvins Texte über Lebensfreude und Gastfreundschaft sowie Jan Hus über das sozial engagierte Christentum.
 

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Thema des Festes war „Kreuzzüge und Kreuzritter“. Ein ökumenischer Abend in der Stadtpfarrkirche versuchte hier nicht das Trennende, sondern das Verbindende Element  in den Mittelpunkt zu stellen: die gemeinsame Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit in den drei abrahamitischen Religonen.

Die Lesung Quellentexte christlicher und islamischer Mystik  wurden mit einer elektronisch unterstützen Klangcollage von Gregorianik und Sufi-Musik, komponiert und dargeboten von Martin Zeller, begleitet.

Pfarrer Moritz Stroh freute sich über die ständig wachsende Professionalität seines Teams (Stefan Buzanich, Maria Buzanich, Martin Vogel, Gregor Traxler, Martin Zeller) und die gelungene Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Eggenburg unter Pfr. Hans Hütter. Die gute Vernetzung der im Hintergrund tätigen Organisationen Österr. Bibelgesellschaft, EPDÖ, OKR H.B., Evang. RU im GRG 3, EBW Wien und Albert Schweitzer Chor und die finanzielle Unterstützung der Wiener Pfarrgemeinden Landstraße und Liesing sowie der Bildungswerke Wien und NÖ und der Gesamtkirche machten die Teilnahme an dieser Veranstaltung überhaupt erst möglich.

Pfr. Stroh: „Die Ziele, die letztes Jahr formuliert wurden, sind alle erreicht worden. Der „Stand der Reformation“ ist mittlerweile fixer Bestandteil des Festes. Die vielen – auch kritischen – Gespräche zeigen die Notwendigkeit auf, wie wichtig dieses Projekt der evangelischen Erwachsenenbildung inzwischen geworden ist. Zu hoffen ist, dass die Finanzierung für 2010 nicht kirchlichen Sparzwängen zum Opfer fällt, sondern die Kulisse von Eggenburg weiterhin um das „evangelische Element“ bereichert werden kann. Es gilt den Subventionsgebern und den ehrenamtlich Mitwirkenden herzlich zu danken! 

Birgit Traxler
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