Sport-/Kulturverein

  Um meine Freude über das Gelingen dieser Veranstaltung mit Ihnen und euch zu teilen, möchte ich mit einigen Danksagungen beginnen: zuallererst danke ich Frau Prof. Stojka, die uns trotz der Anstrengung, die...

Die Romazigeunerin Ceija Stojka erzählt über ihr Leben

Um meine Freude über das Gelingen dieser Veranstaltung mit Ihnen und euch zu teilen, möchte ich mit einigen Danksagungen beginnen: zuallererst danke ich Frau Prof. Stojka, die uns trotz der Anstrengung, die der Vortrag für sie bereitete, ganz ganz viel geschenkt hat: Ihre Erfahrungen und einen Blick auf ihr lebendiges und junges Herz!
 stojka2010 1 Tabea Gerstgrasser (8c) und Thomas Buocz (5a) stellen Frau Professor Stojka sehr herzlich vor.

Wie es zu dem Vortrag Frau Professor Stojkas in unserer Schule kam, beschreibt Thomas Buocz, bei dem ich mich für seinen äußerst engagierten Einsatz für das Zustandekommen des Vortrags und das Organisieren der Spende der Firma Neuroth herzlichst bedanke! Ebensolch herzlicher Dank gilt Tabea Gerstgrasser, die ein so schönes wie informatives und erfolgreiches Flugblatt gestaltete, mit dem am Elternsprechtag die Eltern zum reichlichen Spenden aufgefordert werden konnten. Und natürlich danke ich den vielen HelferInnen aus der 5a und aus der 8c, die das Flugblatt verteilten, Brote und Gemüse für das Buffet schnippelten und Kaffee kochten und als GastgeberInnen Frau Professor Stojka bei ihrem Vortrag  begrüßten.
SchülerInnen und Eltern im Festsaal des Landstraßer Gymnasiums.

Weiters  danke ich allen SchülerInnen, die Frau Professor Stojka zuhörten, auch denen, die sich mit Fragen in die Diskussion mischten. Es hat mich auch sehr gefreut, wie viele SchülerInnen ihre Eltern zu dem Vortrag mitbrachten, ihnen danke ich ebenso für ihren Besuch. Der Elternverein spielt da eine wichtige Rolle - Frau Dr. Kovacevics regte an, die Elternvertreter mögen die Eltern der Oberstufe informieren, danke!

Mag. Eva Kohout



Ceija Stojka - die schockierende Geschichte einer Zeitzeugin

Am 30.10.2009 besuchten die 5A und die 8C mit Frau Prof. Warmuth und Frau Prof. Kohout im Amerlinghaus den Antirassismus-Workshop „Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“ mit Ceija Stojka, einer mittlerweile 76-jährigen Roma, die den Holocaust in drei verschiedenen KZs überlebte und die heutige Jugend über den wahrscheinlich grausamsten Abschnitt der Geschichte aufklärt.

Frau Stojka wurde 1933 in der Steiermark als Lovara-Roma geboren und zog mit ihrer Familie kurz vor Kriegsbeginn nach Wien in den 16. Bezirk. Als Ceija in die Schule ging, wurde sie bereits von den Kindern der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädel beschimpft und geschlagen, bis sie eines Tages von der Schule verwiesen wurde, da damals für „Zigeuner“ ja auch Berufs- und Schulverbote wie für Juden und andere „Untermenschen“ galten.

Wenig später wurde Ceijas Vater ins KZ Dachau gebracht und dort umgebracht, schließlich die ganze Familie von der GESTAPO aufgespürt und vorerst mit tausenden anderen Deportierten in einen verhältnismäßig winzigen, fensterlosen Raum gesperrt, bis sie kurz danach unter noch unmenschlicheren Bedingungen ins KZ Auschwitz gebracht wurden. Dort muss Ceija eine so schreckliche Zeit durchlebt haben, dass wir Zuhörer es kaum fassen konnten, wie eine Gräueltat der anderen folgte und von der jeweils folgenden Geschichte an Grausamkeit noch um ein Vielfaches überboten wurde.

Nach ein paar Jahren wurden Ceija, ihre Mutter und ihre Schwester ins KZ Ravensbrück gebracht, später – kurz vor Kriegsende – noch ins Konzentrationslager Bergen-Belsen überstellt,  wo die überlebenden Mitglieder der ursprünglich aus acht Personen bestehenden Familie endlich von den Alliierten befreit wurden.

Nach dem Vortrag bekamen wir die Möglichkeit unsere Gedanken entweder aufzuzeichnen oder aufzuschreiben. Ich war allgemein etwas traurig gestimmt: Einerseits natürlich aufgrund der düsteren Lebensgeschichte von Ceija Stojka, die auf mich wirkte, als herrschte jeden Tag in ihrem  Leben schlechtes Wetter, andererseits weil ich es, unmittelbar nachdem ich all diese schrecklichen Dinge gehört hatte,  einfach nicht glauben konnte, dass es tatsächlich so törichte und dumme Menschen gibt, die den Holocaust leugnen. All diesen Menschen lege ich schwer ans Herz sich einen Vortrag dieser Art anzuhören.

Meiner Meinung nach kann sich generell jeder Mensch auf der Welt glücklich schätzen, der die Möglichkeit einen solchen Vortrag zu hören, genutzt hat und nun weiß, wie wichtig Zeitzeugen sind, um an Fehler der Vergangenheit zu erinnern, denn um George Santayana zu zitieren: „Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Nach dem Vortrag erfuhren wir, dass Ceija Stojka ihr Hörgerät verloren hatte und ihr die Krankenkasse kein neues finanziert, obwohl sie es dringend benötigen würde.

Deshalb organisierten die 5A und 8C zusammen mit Fr. Prof. Kohout ein Spendenbuffet am Elternsprechtag, um ein neues Hörgerät zu finanzieren. Wir nahmen, für nur einen Nachmittag unglaubliche,  616,- Euro ein und ich setzte mich mit der Firma Neuroth in Verbindung und handelte aus, dass die Differenz unserer Einnahmen zu dem Preis des Hörgerätes von Neuroth übernommen werden würde. Dies geschah auch so und als Dank dafür bot sich Ceija Stojka an, einen Vortrag der Art, wie ihn die 5A und die 8C schon hatten besuchen dürfen, an unserer Schule zu halten.

Wir mobilisierten für den Vortrag sehr viele SchülerInnen und Eltern, mehr als hundert Menschen hörten Frau Stojkas Vortrag aufmerksam und mit großem Interesse zu. Alle Personen, die entweder am 09.02.2010 den Festsaal unserer Schule fast komplett ausfüllten oder im Amerlinghaus dem Vortrag von Ceija Stojka beiwohnten, werden mir zustimmen, dass das Organisieren dieses Hörgerätes für Fr. Stojka aufgrund ihrer Lebensgeschichte nur eine minimale Verbesserung ihres Lebensstandards ist. Trotzdem hat sich jedes Bisschen Engagement von jeder Person, die in irgendeiner Form an diesem Projekt beteiligt war, sei es in Form einer Spende oder durch persönliche Mitarbeit, ausgezahlt:  Denn wir können Frau Stojka zwar nicht die im Holocaust verlorene Zeit zurückgeben, doch wir können ihre Lebensqualität heute verbessern,  damit ihre  Gegenwart so schön wie möglich ist.

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Unser Schulsprecher Julius Schumann dankt bewegt und überreicht einen Blumenstrauß.


Thomas Buocz, 5A

Sie haben so wunderschön gesagt: Man muss reden, um nicht zu vergessen. Danke, dass Sie für uns heute geredet haben.

Julius Schumann, 7c

Als Frau Stojka am Ende  Fragen beantwortet und gefragt wird, ob "Zigeuner" ein Schimpfwort sei,  spricht sie sich klar FÜR den Gebrauch dieser Bezeichnung aus, solange sie nicht mit einem negativen – oder in ihren Worten: „dunklen, bösen Wort“- verbunden wird. Sie begründet es damit, dass sie mit diesem Wort aufgewachsen sei und es ihr eine Verbindung zu ihrem Volk ermöglicht.

Philipp Greimel, 7c

Ich denke nicht, dass irgendjemand diesen Vortrag hören konnte, ohne mit Frau Stojka mitzufühlen, oder den Saal ohne den Wunsch verlassen könnte, alles zu tun, um zu verhindern, dass sich so ein Schicksal wiederholt.

Michael Hahn, 5a

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