Sport-/Kulturverein

   

Besuch zweier Zeitzeugen am 7.11.2012

Zeitzeugenbericht-Harry Bibring
Am Mittwoch der vergangenen Woche bot sich uns, der 6B, eine einzigartige Möglichkeit, einen sehr tiefen und realen Einblick in das Leben eines Zeitzeugen aus der Hitler –Zeit zu bekommen. Der 87 jährige Harry Bibring, der den Holocaust als Kind überlebte,  schilderte uns sein Leben auf eine sehr interessante Art und Weise. Aus dem Geschichtsunterricht ist uns allen bekannt, was in dieser Zeit mit Juden und anderen Minderheiten geschehen ist, wie sie vertrieben, beraubt, eingesperrt und ermordet wurden. Uns fällt es oft schwer sich diese Grausamkeiten vorzustellen. Und sich auszumalen, was Juden in dieser Zeit durchmachen mussten, ist nahezu unmöglich. Dennoch gelang es Harry Bibring uns „seine“ Geschichte so zu erzählen, dass uns klar wurde, was es bedeutete, ein Jude zu sein. Es war herzzerreißend zu hören, wie er, der er doch für das Eislaufen gelebt hatte, eines Tages erfahren musste, dass Eislaufen den Juden untersagt war und wie bald darauf auch sein Vater verschwand. Weitere Schreckensereignisse, wie die Kristallnacht führten zur Flucht aus Österreich. Nur durch den Kindertransport, durch den er 1939 nach England kam, überlebte er. Seine Eltern fielen beide den Nazis zum Opfer. Er meisterte es, obwohl er anfangs kein Wort Englisch sprach, sich in England ein Leben aufzubauen und schließlich auch den Beruf eines Produkttechnik-Ingenieurs zu ergreifen. Erst 1951 kam er zu einem Besuch wieder nach Österreich. Nach seiner Pensionierung 2003 hatte er es sich zum Ziel gemacht, jüngeren Generationen von seinem Leben in dieser schrecklichen Zeit zu erzählen. Seine beeindruckende Lebensgeschichte hat uns gezeigt, was es ausmacht, Willensstärke zu haben. In diesem Sinne waren auch seine abschließenden Worte zu uns: „Ich kann den späteren Generationen nur eines raten, lasst Rassismus nicht siegen. Zu viele Generationen haben tatenlos dabei zugesehen. Nun kann ich nur hoffen, dass ihr das anders handhabt.“
Sophie Achleitner 6B

 

Besuch eines Zeitzeugen aus dem 2. Weltkrieg am 7.11. 2012
Letzten Mittwoch besuchte uns Herr Vulkan. Er war ein Kind, als der 2. Weltkrieg ausbrach und bekam die vielen Grausamkeiten gegenüber Juden hautnah mit, da er selbst dieser Religionsgemeinschaft angehört. Glücklicherweise konnte er jedoch mit seiner Familie nach England fliehen.
Unsere Geschichtslehrerin Frau Prof. Lubomersky wurde von einem ehemaligen Schüler der Kundmanngasse aufmerksam gemacht, dass Zeitzeugen dieser schrecklichen Zeit an Wiener Schulen von ihrem Leben erzählen. So kam Herr Vulkan zu uns und füllte 2 Stunden mit seinen Erzählungen, die wir alle nie vergessen werden.
Seine Familie und er waren nicht sehr religiös, deshalb war es für alle umso schwerer zu verstehen, warum sie von Freunden plötzlich auf der Straße ignoriert wurden. Herr Vulkan musste so wie viele Juden eine eigene Schule besuchen, die viel weiter von zu Hause entfernt war und das Geschäft seines Vaters wurde zerstört. Herr Vulkan erzählte uns, dass nach Unterrichtsschluss oft die Hitlerjugend vor dem Eingang der Schule stand und die jüdischen Kinder verspottete und attackierte.
Bei seinen Erzählungen betonte er jedoch auch oft, dass es nicht nur „schlechte“ Nazis gab. In einigen Situationen wurde ihm und seiner Familie sogar von Mitgliedern der Nazi Partei geholfen. Ihm war es wichtig, dass man viele Menschen nicht vereinheitlicht und dass es auch Ausnahmen in der großen Masse gibt.
Wir waren alle sehr beeindruckt von Herrn Vulkan und seiner Lebensgeschichte und wie gut er die schrecklichen Erlebnisse verarbeitet hat. Wir bedanken uns sehr bei Herrn Vulkan und wünschen ihm in seinem weitern Leben nur noch Schönes.
Clara Burtscher 5B

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