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skelett Zu den merkwürdigsten und makabersten Ausstellungen der österreichischen Museumslandschaft zählt wohl die des Pathologisch-anatomischen Bundesmuseums im Narrenturm...

Besuch des Bi-Wahlpflichtfachs im Narrenturm

Zu den merkwürdigsten und makabersten Ausstellungen der österreichischen Museumslandschaft zählt wohl die des Pathologisch-anatomischen Bundesmuseums im Narrenturm, im 6. Hof des Alten AKHs. Das hielt die Gruppe des Biologiewahlpflichtfaches jedoch nicht davon ab, dieses am 29. März 2011, auf MMag. Barbara Bauer's Initiative, zu besuchen.

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Das Museum ist mit etwa  40 000 Exponaten das weltweit größte seiner Art und als einziges auch für Laien zugänglich. Vor dem Besuch der Sammlung informierte uns der Führer über die Geschichte und Architektur des Turmes: Der Narrenturm, im Volksmund früher auf Grund seiner Form "Kaiser Josefs Gugelhupf" genannt, entstand 1784 nach Plänen von Isidore von Canevale. Der fünf Stockwerke hohe runde Turm mit insgesamt 139 Zellen galt zu einer Zeit, als psychiatrische Patienten noch in Kellern angekettet vor sich hin vegetieren mussten, als "wesentliche Verbesserung in der Behandlung von Irren". Bis zum Jahr 1886 war der Turm mit psychisch Erkrankten belegt, bevor das 1796 gegründete Pathologisch-anatomische Museum 1971 in das Gebäude übersiedelte.

Aufgeteilt in zwei Gruppen besuchten wir die Sammlung.

Die Exponate kann man in vier Gruppen unterteilen: Moulagen (detailgetreue anatomische Wachsmodelle), Mazerationspräparate (Präparate, bei denen die festen Elemente [z.B. Knochen] des menschlichen Körpers durch Chemikalien von den umgebenden Weichteilen befreit werden), Feuchtpräparate (in Formaldehyd eingelegte Gewebe/Organe) und medizinische Geräte.

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Am Anfang sahen wir als Feuchtpräparat aufbewahrte Lungen von Kohlenarbeitern und an Tuberkulose erkrankten Patienten. Im weitern Verlauf der Führung beeindruckten uns Skelette an Rachitis Erkrankter, Moulagen von Hermaphroditen und Symptomen der Syphilis. Interessant war das Feuchtpräparat eines Situs inversus (alle Organe des Thorax sind spiegelverkehrt angelegt).

Bedrückend waren ein skelettierter Januskopf und die Skelette siamesischer Zwillinge, sowie der Schädel eines ohne Gehirn geborenen Säuglings. Aktuell war auch die Vitrine mit Moulagen von Strahlenerkrankungen. Auch die Schädel von an Schussverletzungen verstorbener waren ein wenig makaber.

Beeindruckt von den Exponaten verließen wir den Turm nach der eineinhalb stündigen Führung.

Leider mussten wir während der Exkursion in den Narrenturm auf dem Gelände des Alten AKHs auf die Gesellschaft eines unserer geschätzten Mitschüler verzichten, der verzweifelt versuchte, "Kaiser Josefs Gugelhupf"  im Neuen AKH zu finden.

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