Im Rahmen des Unterrichts im Fach Kunst und Gestaltung besuchten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8ABC im Unteren Belvedere die Sonderausstellung
Radikal! Künstlerinnen* und Moderne 1910 -1950.
Werke von mehr als siebzig Künstlerinnen* aus über zwanzig Ländern bringt Radikal! in einen Dialog und eröffnet damit neue Perspektiven auf die Vielfalt und die grenzüberschreitende Dimension der Moderne. Die präsentierten Werke dokumentieren eindrucksvoll, wie tiefgreifend Künstlerinnen* den gesellschaftlichen Wandel mitgestalteten und mit welcher Vehemenz sie auf die drängenden Fragen einer von historischen Umbrüchen und technologischen Veränderungen geprägten Zeit reagierten. Sie entwarfen mögliche Identitäten außerhalb der vorherrschenden Rollenbilder, nahmen kritisch zum politischen Geschehen Stellung und verankerten im Streben nach einer Durchdringung von Kunst und Leben die ästhetischen Ideale der Moderne im Alltag der Menschen. Werke von Frauen, queeren Personen oder People of Color erhalten in der traditionellen Kunstgeschichte zu dieser Epoche jedoch meist wenig Sichtbarkeit. Dass einige der hier Repräsentierten erst nach Jahrzehnten wiederzuentdecken sind, zeugt von jenen stereotypen Geschlechtervorstellungen und patriarchalen Strukturen, die unsere heutige Vorstellung von der Moderne immer noch prägen. Radikal! macht den revolutionären Geist von Künstlerinnen* erfahrbar und trägt dazu bei, die Geschichte der modernen Kunst um neue Blickwinkel zu bereichern. Unabhängig von Herkunft und stilistischer Zuordnung eint diese Künstlerinnen* die Suche nach neuen Bildsprachen und Repräsentationsformen, um die moderne Lebenswelt zu reflektieren und kritisch zu beleuchten.
Während des Ausstellungsbesuches nutzten die Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit sich selbständig mit den Werken und der Ausstellungskonzeption auseinander zu setzen und beschäftigten sich mit den Themenschwerpunkten Emanzipation, Protest, Abstraktion, Geschlechterbilder, Soziale Missstände, Überschreitungen von gewohnten Darstellungsformen und Innovationen Angewandter Kunst.
Im Unterricht wurden Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht. Einer genaueren Analyse wurden sowohl das Gemälde „Das Verhör“, aus dem Jahre 1934 der im KZ Auschwitz ermordeten österreichischen Künstlerin Friedl Dicker (1898 – 1944), als auch der Avantgardefilm „Meshes of the Afternoon“ aus dem Jahre 1943 der US-amerikanischen Regisseurin, Filmtheoretikerin und Tänzerin Maya Deren (1917 – 1961) unterzogen.
Mag.a Constanze Greilhuber
Quelle:
Rollig, Stella; Auer, Stephanie; Jahn, Andrea; Elvers- Svamberk, Kathrin: Ausstellungskatalog. Radikal! Künstlerinnen* und Moderne 1919 -1950. Verlag Walther und Franz König, Köln 2024
Foto privat aus: Rollig, Stella; Auer, Stephanie; Jahn, Andrea; Elvers-Svamberk, Kathrin. Köln 2024


Sonja Delaunay, Rhythmus Farbe, 1946

Claude Cahun, I Am in Training Don`t Kiss Me, 1927


Marthe Donas, Unter der Lampe, 1927

Erika Giovanna Klien, Diving Bird, 1939

Maya Deren, Meshes of the Afternoon, 1943

Maya Deren, Meshes of the Afternoon, 1943


Gazbia Sirry, Lied der Revolution, 1952




Marlow Moss, Weiß, schwarz, rot und grau, 1932


Friedl Dicker, Das Verhör II, 1934



Marcelle Cahn, Abstrakte Komposition, 1925






