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Am 23. November 2016 besuchten wir im Rahmen einer Führung das Sigmund-Freud-Museum in der Berggasse im 9. Bezirk. In diesen Räumlichkeiten arbeitete der Begründer der Psychoanalyse und lebte mit seiner großen Familie bis 1938 dort.

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Seine jüngste Tochter, Anna Freud, war die einzige, die denselben Beruf ergriff. Bemerkenswert fanden wir, dass einst ihr eigener Vater sie einer Analyse unterzog. Heutzutage wäre das undenkbar. Die legendäre Couch jedoch steht heute nicht mehr in den Räumlichkeiten der Berggasse, sondern in London, wohin die Freuds vor dem Naziregime fliehen mussten.

In der Garderobe hörten wir, warum Freuds Koffer, Hüte etc. nur mehr hinter Glas ausgestellt werden. In den 1970er Jahren verschwand von dort eine Kappe. Es folgte ein Hin und Her mit der Versicherung, die schließlich 12000 öS an das Freudmuseum auszahlte. Jahre später kam ein Paket aus Amerika mit einem Bekennerschreiben und der Kappe. Der Dieb war ein Wientourist und Freud-Fan, den irgendwann die Schuldgefühle übermannten, woraufhin er sich in Psychotherapie begab. Der Therapeut machte seinem Klienten einen sehr einfachen Lösungsvorschlag, wodurch die Kappe wieder in den Besitz des Museums gelangte. Daraufhin forderte die Versicherung die 12000 öS zurück, die das Museum jedoch schon längst anderweitig investiert hatte. Man einigte sich darauf, dass die Kappe nun der Versicherung gehöre, die sie als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte.

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Im Wartezimmer, das heute wieder mit allen Originalgegenständen von damals eingerichtet ist, warteten tagsüber die PatientInnen auf ihre Psychoanalysetermine. Einmal pro Woche traf sich dort die sogenannte Mittwochsgesellschaft zur Diskussion psychoanalytischer Themen. Wir erfuhren auch so manche Anekdote aus seinem Leben, die es nachvollziehbarer machten, warum Freud sich Zeit seines Lebens mit vielen Freunden und Kollegen überwarf. Es fiel ihm offenbar schwer, andere Meinungen neben seiner zuzulassen. Nicht aber bei Albert Einstein, mit dem er sich wunderbar verstand, da jeder der beiden sich einer gänzlich anderen Wissenschaft verschrieben hatte. Anders als Einstein gewann Freud jedoch nie den Nobelpreis, obwohl er insgesamt 12mal dafür nominiert war.

Sigmund Freuds Leben bestand zwar zu einem großen Teil aus Arbeit, daneben lebte er auch hedonistisch, indem er täglich bis zu 25 (!) Zigarren rauchte und gerne gut aß. Auch mit Drogen wie Kokain experimentierte er, um als Arzt ihre narkotisierende Wirkung zu erforschen.

Sein Zigarrenkonsum führte jedoch zu einem Mundhöhlenkarzinom, für das es damals nur äußerst schmerzhafte Behandlungsmethoden gab. Wenige Monate nach seiner Flucht war die Krankheit schon so weit vorangeschritten, dass Freud seinen Arzt um eine Überdosis Morphium bat. Nach einem Tag Bedenkzeit stimmte auch seine Familie zu, und es geschah. Am 23. September 1939 schlief er nach einem langen, intensiven Leben für immer ein.

 

Insgesamt haben wir viel über die Person Sigmund Freud erfahren. Die Tatsache dass das Museum sich in der früheren Wohnung der Freuds befindet, brachte uns seine Geschichte noch näher.

 

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